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Herzschlagfinale: Werder und der HSV dabei!

Spannender hätten es die beiden Nordclubs wahrlich nicht machen können. Sowohl der Hamburger SV als auch der SV Werder Bremen hatten schon vor Monaten ihre Teilnahme am internationalen U19-Turnier des TuS Stemwede zugesagt und dennoch hatten beide Teams die Stemweder Turniermacher bis zum letzten Saisonspieltag an diesem Samstag, zittern lassen. Denn beide Mannschaften hatten bis zuletzt noch die Chance, ihre Staffel als Meister zu beenden und somit in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen. Da diese jedoch, wie das Stemweder Traditionsturnier, an Himmelfahrt startet, hätten der HSV oder SVW im Falle der Meisterschaft im Norden ihre Teilnahme in Stemwede nicht antreten können. Die Entscheidung fiel in buchstäblich allerletzter Minute.

Grund zum Jubeln gab es 2017 in Stemwede für die Hamburger mehrfach. Der HSV spielte sich bis ins Finale.

Was sich dann Samstagmittag in der Bundesligastaffel Nord abspielte, hätte sich kein Krimiautor besser ausdenken können. Denkbar knapp die Ausgangslage vor dem Anstoß. Auf Platz eins der Tabelle, so wie auch in den meisten Wochen zuvor, der Hamburger SV, mit einem Punkt Vorsprung auf die beiden Verfolger Hertha BSC und den SV Werder Bremen. Ausgerechnet am letzten Spieltag der Saison sah der Spielplan das Duell der beiden Dauerrivalen von Weser und Elbe vor. Der Tabellenführer aus Hamburg musste beim Tabellendritten aus Bremen antreten und, um sicher den Titel zu holen, dort einen Sieg landen. Parallel durfte die Hertha aus Berlin nicht beim Tabellenzehnten aus Niendorf gewinnen. Genau das taten die Berliner jedoch mit 2:0.

Die Dramaturgie, die sich zeitgleich auf Bremer Boden abspielte, war jedoch wirklich filmreif. Der Gast aus Hamburg ging durch Patrick Pfeiffer in Führung und konnte diese auch in die Halbzeit retten. Der Bremer Ausgleich in der 73. Minute durch Luc Ilhorst, war dann gleichzeitig auch der Startschuss für eine dramatische Schlussphase, denn drei Minuten nach dem 1:1 ging der HSV erneut in Führung, durch einen Treffer von Maximilian Geißen, und war somit zurück auf Meisterschaftskurs. Bis kurz vor Schluss verteidigten die Hamburger die Führung, kassierten jedoch in der Nachspielzeit einen Freistoß, den der Bremer David Philipp in der 91. Minute tatsächlich zum 2:2 in die Hamburger Maschen setzte. Der HSV hatte somit in wirklich buchstäblich letzter Minute den Titel aus der Hand gegeben und landete am Ende hinter der Hertha aus Berlin und vor dem SV Werder auf Platz 2 in der Abschlusstabelle.

 

Dauergast in Stemwede. Der SV Werder ist zum 18. Mal dabei.

Auch in Stemwede verfolgte man den letzten Spieltag im Norden, aufgrund der prekären Ausgangslage, mit einer gewissen Nervosität. „Wir haben am Samstag mit dem Aufbau der Stadionkulisse auf dem Sportplatz in Wehdem begonnen, aber ab mittags ständig nur auf unsere Handys geschaut, um an Spielstände aus Bremen und Niendorf zu kommen“, so Christian Bäcker, der sportliche Leiter im Turnier Team des TuS Stemwede, der sich im Falle einer Hamburger oder Bremer Meisterschaft um einen Ersatzteilnehmer für das, schon am Donnerstag startende, U19-Turnier hätte kümmern müssen. „Ich habe in der vergangenen Woche tatsächlich nochmal viel herumtelefoniert und mit einigen Vereinen gesprochen“, so Bäcker, denn auch der bereits fixierte Nachrücker hatte spontan abgesagt. Ein Teilnehmerwechsel fünf Tage vor Turnierstart hätte daher ebenso spannend werden können, wie die Ausgangslage am letzten Spieltag der U19-Nordligisten. „Wir hatten Samstagmorgen tatsächlich sowohl im Inland als auch im Ausland Kandidaten, die wohl nachgerückt wären, aber natürlich waren sowohl der SV Werder als auch der Hamburger SV zu jederzeit unsere Wunschkandidaten für das anstehende Turnier. Ich habe allerdings auch beide Teams vor dem letzten Spieltag per WhatsApp angetickert und ihnen viel Erfolg und alles Gute gewünscht. So viel Fairness gehört dazu und der Erfolg in der Meisterschaft steht ohne Frage vor dem auf unserem Turnier.“

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