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Turnier-Story: „Das ist also dieses Stemwede!?“

Rund 6.000 Spieler aus mehr als 40 Nationen haben in den letzten 40 Jahren beim internationalen U19-Turnier des TuS Stemwede Fußball gespielt. Es waren Spieler dabei aus London, Sao Paulo, Glasgow, Moskau, Vancouver, Kopenhagen, Lissabon, St. Petersburg, Zürich, Kapstadt, Genua, Istanbul, Prag, Madrid oder auch Mexiko Stadt und diese Liste ließe sich problemlos weiterfortführen. Und eines hatten die allermeisten Spieler aus den Großstädten und Millionenmetropolen gemeinsam: den verdutzten ersten Blick – „Okay, das ist also dieses Stemwede!?“ Verdenken mag man den Spielern diesen Blick nicht, wirkt das Örtchen Wehdem am Stemweder Berg auf den ersten Blick doch tatsächlich nicht, wie der typische Ort, an dem sich der internationale Fußballnachwuchs versammelt. Stemwede wirkt vor allem auf den zweiten oder den dritten Blick und im Fall der Engländer von Tottenham Hotspur zum Beispiel, brauchte es drei Anläufe, bis die Vereinsverantwortlichen in der Academy von sich aus bei den Turniermachern in Stemwede anfragten, ob sie denn auch 2018 wiederkommen dürften. „Das entspricht im Grunde nicht ihrer Vereins-Prämisse, keine zwei Jahre in Folge ein und dasselbe Turnier zu spielen. Doch so einem Club wie den Spurs will man auch ungern absagen, wenn die Anfrage kommt“, so Christian Bäcker, der sportliche Leiter des Stemweder U19-Turniers, der mit der Verpflichtung der ausländischen Teams in diesem Jahr verhältnismäßig wenig Probleme hatte. So hatte beispielsweise auch der Cupsieger im vergangenen Jahr direkt nach Turnierschluss verkündet, 2018 wiederkommen zu wollen, um den Titel zu verteidigen. Und das bereits zum zweiten Mal in Folge. Hinzu kommt, dass ausgerechnet dieses Team mit Abstand die weiteste Anreise hat. Red Bull Brasil landet nun zwei Tage vor Turnierstart in Deutschland und reist nach dem „Volksbank-Cup 2018“ gleich weiter nach Salzburg. Wie schon bei den zwei vorherigen Turnierteilnahmen, verbinden die Brasilianer ihren Europatrip mit einem Besuch beim österreichischen Red Bull-Ableger in Salzburg, um dort ein Trainingslager abzuhalten und um sich auf ein weiters Turnier vorzubereiten. Am 18. Mai starten die Brasilianer dann nämlich Richtung Holland, um dort am U19-Turnier in Uitgeest teilzunehmen.

Idylle und Internationalität. Die Kulisse des Stemweder U19-Turniers kann sich sehen lassen.

Fulham FC (weiß) holte sich 2016 Platz 3 und wollte direkt wiederkommen.

Auch bei den Glasgow Rangers und den Engländern von Fulham FC handelt es sich um Wiederholungstäter, denn beide Clubs haben ebenfalls schon ihre Erfahrungen mit dem Stemweder U19-Turnier gemacht. Bei den Schotten ist dies jedoch schon mehr als zwei Jahrzehnte her. 1996 waren die Rangers schon einmal zu Gast. Dass sie in diesem Jahr ihren zweiten Stemweder Start absolvieren, spricht für das Turnier, denn im Leistungsbereich der Nachwuchsabteilung verfolgen die Rangers einen interessanten Weg. Anstatt sich im U20-Bereich auf nationaler Ebene in der Meisterschaft zu vergleichen, reist die Mannschaft mit ihrer „Development Squad“ durch Europa, um sich in Freundschaftsspielen und auf Turnieren mit anderen Topclubs zu messen. Anfang des Jahres besuchte Glasgow beispielsweise den FC Bayern auf dessen nagelneuem Bayern-Campus in München und besiegte den Gastgeber in dessen neuem Leistungszentrum mit 2:1. Weitere Spiele gegen z.B. Manchester United, Paris St. Germain, FC Kopenhagen oder auch den FC Tokio waren bis zum „Volksbank-Cup 2018“ noch angesetzt. Dass die U19 des FC Fulham ein zweites Mal in Stemwede absolvieren würde, stand nie ernsthaft zur Diskussion. Zu perfekt lief dafür die Turnierpremiere der Londoner im Jahr 2016 und das sowohl auf sportlicher Ebene (Platz 3 beim „Volksbank-Cup 2016“) als vor allem auch auf der zwischenmenschlichen. „Den Verantwortlichen aus Fulham hat damals direkt die unkompliziert-familiäre und gleichzeitig professionelle Art gefallen, mit der wir hier in Stemwede arbeiten und auf unsere Gäste zugehen. Sie haben es uns ihrerseits durch Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit zurückgezahlt. Das hat wirklich Spaß gemacht“, so Christian Bäcker, der sich schon auf die Ankunft der Londoner freut. Genauso, wie auf die des einzigen Turnierneulings in diesem Jahr: Lokomotive Moskau. „Es war uns ein besonderes Anliegen, im Weltmeisterschaftsjahr auch ein Team aus dem Gastgeberland bei uns zu präsentieren.“ Nach Dynamo und Torpedo Moskau kommt nun erstmals Lokomotive aus der russischen Hauptstadt, der Club der staatliche Eisenbahngesellschaft RŽD. Wobei es auch in den Reihen der „Lokos“ einen Altbekannten gibt. Yevgeni Koshelev aus der sportlichen Leitung des Clubs, war bereits mit der U19 von Shaktar Donetzk sowie St. Petersburg in Stemwede und war auch diesmal maßgeblich am Zustandekommen der Teilnahme beteiligt. „Yevgeni ist zu einem echten Freund des Turniers geworden. Ein weiterer Beleg dafür, dass unsere Stemweder Art ankommt“, so Bäcker. Ganz sicher wird es auch in diesem Jahr die verdutzten Gesichter der Spieler und Trainer geben, die das internationale U19-Turnier in Stemwede zum ersten Mal erleben. Aber sicherlich werden die meisten von ihnen Stemwede in guter Erinnerung behalten und der ein oder andere künftige Turnierfreund wird sicher auch dabei sein.

Der zweifache Champion aus Brasilien ist auch 2018 wieder dabei: Red Bull Brasil.

 

 

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